Grausamer Kindermord in Döbeln: Valeriia tot aufgefunden – Polizei ermittelt intensiv
Valeriia wurde zuletzt am 3. Juni gesehen, als sie sich auf den Weg zur Schule machte. Doch zum Unterricht erschien das etwa 1,40 Meter große, dunkelblonde Mädchen nie. Die Schule hatte es versäumt, die Mutter über das Fehlen ihrer Tochter zu informieren, wodurch das Verschwinden erst am Nachmittag auffiel, als Valeriia nicht nach Hause kam. Die Mutter machte sich zunächst selbst auf die Suche, bevor sie am Abend eine Vermisstenanzeige bei der Polizei aufgab.
In den folgenden Tagen liefen großangelegte Suchaktionen an. Über 400 Einsatzkräfte aus Sachsen und Sachsen-Anhalt, Spürhunde, ein Hubschrauber und Taucher suchten nach dem Mädchen. Auch sogenannte Super-Recognizer sichteten Mengen an Bildern und Videos. Anwohner wurden gebeten, ihre Gärten, Keller, Garagen und Schuppen zu durchsuchen. Zusätzlich bildeten sich in der Stadt private Suchtrupps.
Am 11. Juni, etwa vier Kilometer von Valeriias Wohnort entfernt, wurde ihre Leiche abseits der Waldwege tief im Unterholz entdeckt. Die Leiterin der Kriminalpolizeiinspektion Chemnitz, Mandy Kürschner, bestätigte, dass der Fundort auch der Tatort war. Ohne die intensiven Suchmaßnahmen wäre Valeriia vermutlich nicht gefunden worden.
Laut Polizei starb Valeriia durch Gewaltanwendung, jedoch gibt es bisher keine Hinweise auf ein Sexualdelikt. Die Ermittlungen konzentrieren sich auf den sozialen Nahbereich der Familie. Der Chemnitzer Polizeipräsident Carsten Kaempf betonte, dass die Polizei alle Anstrengungen unternehmen werde, den oder die Täter zu ermitteln. Bislang gibt es jedoch keine Verdächtigen oder Festnahmen.
Die Mutter des Mädchens wird psychologisch betreut, ebenso wie die Schüler und Lehrer der betroffenen Grundschule in Döbeln. Mehrere Schulpsychologen sind im Einsatz, um Unterstützung zu bieten. Auch der in der Ukraine lebende Vater von Valeriia wurde über den tragischen Tod seiner Tochter informiert.
Der Fall hat die Gemeinschaft in Döbeln schwer getroffen. Der Verlust eines Kindes sei herzzerreißend, sagte Polizeipräsident Kaempf, und alle Beteiligten hätten gehofft, Valeriia lebend zu finden. Die Polizei und die Stadt versprachen, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um die Tat aufzuklären und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.
Der Fall Valeriia erinnert an andere tragische Fälle vermisster Kinder in Deutschland. Laut Bundeskriminalamt werden jährlich Tausende Kinder bis 13 Jahre als vermisst gemeldet. Glücklicherweise liegt die Aufklärungsquote bei 99,8 Prozent. Zu den noch ungeklärten Fällen gehören auch Kindesentziehungen und unbegleitete Flüchtlingskinder, die aus ihren Unterbringungseinrichtungen verschwinden. Aktuell sind bundesweit 1756 Kinder als vermisst gemeldet, davon 86 in Sachsen.
Der Tod von Valeriia ist eine tragische Erinnerung daran, wie wichtig schnelle und umfassende Suchmaßnahmen bei vermissten Kindern sind. Die gesamte Gemeinschaft in Döbeln trauert um das junge Leben, das viel zu früh endete. Die Polizei setzt alles daran, Gerechtigkeit für Valeriia und ihre Familie zu finden.