Sorge vor "blinder Wut": Innenministerin Faeser fürchtet neue Silvesterkrawalle
Dabei sei sie vor allem den Einsatzkräften, die ihren Kopf für die Sicherheit der Bürger hätten hinhalten müssen, sehr dankbar, fügte die Ministerin hinzu. "Denn was in der letzten Silvesternacht passiert ist, haben alle noch sehr genau vor Augen. Für mich ist diese enthemmte Gewalt völlig unbegreiflich und durch nichts zu rechtfertigen. Wie können Jugendliche auf ehrenamtliche Sanitäter Raketen schießen oder Böller werfen?" Viele kämen schließlich aus denselben Nachbarschaften. "Deshalb kann ich nur an alle appellieren, einen friedlichen Jahreswechsel zu feiern und Gewalt – gerade in diesen schwierigen Zeiten – entgegenzutreten."
Faeser betonte: "Wir haben mittlerweile an Tagen wie Silvester eine generell steigende Gewaltbereitschaft. Und natürlich müssen wir die Gefahr sehr genau im Blick haben, dass sich das auch mit Radikalisierungen mischt, die wir jetzt angesichts des Nahostkonflikts sehen."
In der Nacht zum Neujahrstag 2023 waren in mehreren deutschen Städten Polizisten und Feuerwehrleute im Einsatz angegriffen worden, unter anderem mit Böllern und Raketen. Besonders heftig waren die Attacken in einigen Vierteln von Berlin mit Schwerpunkt in Neukölln. Dort war es nach dem Terrorangriff der radikalislamischen Hamas auf Israel am 7. Oktober auch zu propalästinensischen und teilweise antisemitischen Demonstrationen gekommen. Dabei wurden Polizisten mit Steinen beworfen, Autos standen in Flammen.