Malta klagt Frau wegen Abtreibung vor Gericht an
Die Stiftung sagte, sie sei mit Würde und Respekt behandelt worden, aber "das hätte überhaupt nie passieren dürfen". Dr. Natalie Psaila von der Unterstützungs- und Kampagnengruppe Doctors for Choice Malta sagte gegenüber der Presse, die Frau habe deren Hotline kontaktiert und um Hilfe bei der Suche nach einem Anwalt gebeten. Sie sagte jedoch, sie habe nur wenige Einzelheiten darüber, was als Nächstes geschah, da der Fall am Donnerstag hinter verschlossenen Türen verhandelt wurde. "Keine Frau sollte jemals strafrechtlich verfolgt werden, weil sie ihre eigene Schwangerschaft abgebrochen hat. Entkriminalisieren Sie Abtreibung jetzt", sagte Doctors for Choice Malta in einem Facebook-Beitrag.
Das mehrheitlich katholische Malta ist das einzige Land in der EU, das Abtreibungen vollständig verbietet. Sein Parlament debattiert über einen Gesetzesentwurf, der einen Abbruch ermöglichen soll, wenn das Leben oder die Gesundheit der Mutter ernsthaft gefährdet wäre. Die katholische Kirche und die größte Oppositionspartei sind gegen den Schritt, es gibt jedoch Anzeichen für öffentliche Unterstützung, insbesondere unter jungen Menschen.
Die Women's Rights Foundation sagte: "Der Zugang zu sicherer Abtreibung wird weltweit als grundlegender Bestandteil der Gesundheitsversorgung von Frauen und als Grundrecht anerkannt. Dass Frauen vor Ort dafür strafrechtlich verfolgt werden, sollte uns alle beschämen." Die Labour-Regierung von Robert Abela sagte, die vorgeschlagene Gesetzesänderung sei keine "Abtreibungsreform", sondern ein Schritt, um sicherzustellen, dass medizinische Fachkräfte ihre Arbeit ohne Angst erledigen könnten.
Nach dem bestehenden Verbot würde jede medizinische Fachkraft, die unter allen Umständen eine Abtreibung vornimmt, gegen das Gesetz verstoßen, obwohl laut Medienberichten noch nie jemand dafür angeklagt wurde. Die Zeitung Times of Malta berichtete im Mai 2021, dass in den letzten fünf Jahren in Malta niemand wegen einer Abtreibung oder der Bereitstellung von Mitteln zum Schwangerschaftsabbruch strafrechtlich verfolgt worden sei.
Gegen drei Personen sei wegen mutmaßlicher Abtreibungen zwischen 2015 und 2020 ermittelt, aber nicht angeklagt worden, hieß es. Seit 2000 wurden drei Frauen verurteilt, die letzte im Jahr 2006, und keine von ihnen verbüßte eine Gefängnisstrafe.
agenturen